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Diskussion Zukunft: Das Familienbild der CDU


Von Dr. Else Ackermann (CDU-Fraktionsvorsitzende) im Mai 2007

Wenn ich mich heute zur Ehe äußere, muss ich mich sogleich als ledige Frau bekennen, die ihr Berufsleben gezwungenermaßen in der DDR verbringen musste. Als Bundestagsabgeordnete fühlte ich mich unter den westdeutschen CDU-Frauen manchmal als Fremkörper, hatte aber wiederum den Eindruck, dass sich viele Frauen mit dem Frauen- und Familienbild der alten CDU nicht abgefunden hatten.
Angela Merkel stand mir in dieser Frage immer nahe. Die letzten 17 Jahre haben mir recht gegeben. Immer mehr Mädchen suchen in der Schule, in den Fachhochschulen und Universitäten eine höhere Bildung als ihre Eltern und versuchen dann unter großen Schwierigkeiten, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Auch in der DDR war das nicht einfach.Aber auch immer mehr Männer begreifen, dass Familie auch sie angeht. Die Frauen stellen heute an den Mann höhere Anforderungen als noch vor 50 Jahren. Da sie gebildet sind und auch gut verdienen, verschmähen sie eine Versorgungsehe, in der der Mann für das Geld, und die Frau für die Kinder und den Haushalt sorgt. Mit dem Richterspruch des Bundesverfassungsgerichts ist dieses Modell der vergangenen Jahrhunderte zum Auslaufmodell erklärt worden.
Die Verfassungsrichter haben den Paradigmenwechsel der Gesellschaft zur Kenntnis genommen und die richtige Schlussfolgerung gezogen: Frauen wollen Kinder bekommen, und dieser natürliche Wunsch soll ihnen erleichtert werden. Tatsache ist aber auch, dass jede dritte Ehe geschieden und jedes dritte Kind in einer nichtehelichen Gemeinschaft geboren wird. Bisher erhielten verheiratete Mütter bis zu acht Jahre lang Betreuungsgeld, unverheiratete aber nur drei Jahre. Die Bezugsdauer soll aber für alle Kinder gleich sein, wahrscheinlich nur noch drei Jahre. Viele verheiratete Mütter in der klassischen Versorgungsehe gehören jetzt zu den Verliererinnen. Die Versorgungsehe ist also durch höchstrichterlichen Spruch ein Auslaufmodell.
Der Ausbau von Krippen und Kindergartenplätzen mit Rechtsanspruch ist deshalb eine wichtige Forderung der Familienministerin Ursula von der Leyen. Inzwischen haben auch die männlichen Ministerkollegen der CDU eingesehen, dass sich die Zeiten geändert haben. Im Grundsatzprogramm der CDU hat diese Einsicht bereits den ihr gebührenden Platz gefunden. Diese Einsicht birgt aber auch Sprengstoff. Die Diskussionen dürften interessant werden. Machen Sie vom Forum Gebrauch und beweisen Sie damit, dass Politik nicht uninteressant ist!
Zuletzt aktualiesiert: 31.03.2009