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Lehren aus der Antike …

Von Billy Six (Vorsitzender der JU Neuenhagen) im Juni 2007

Es herrscht Feierlaune auf dem Olymp. Vorbei sind die Stunden, in denen man sich über die Belange der Erdbewohner Gedanken zu machen hat, vielmehr bestimmt der Wein die Geschicke der sorglosen Götterwelt Griechenlands. Die Amphoren der Selbstsucht begießen die Hochzeit des Peleus und der Thetis.

Doch jedes Licht wirft seine Schatten voraus. Eris, Göttin der Zwietracht, sitzt am Katzentisch, als einzige ausgeladen vom illustren Treiben der Gottheiten. Beseelt, diese Schmach nicht hinzunehmen, wirft sie jenen historischen „Zankapfel“ in das Gemenge, der die Aufschrift „Für die Schönste“ trägt. Unter den eitlen Göttinnen Aphrodite, Pallas Athene und Hera entbrennt der Streit, wem der goldene Gegenstand gebühre.

Eine Störung der Feier, das kann Göttervater Zeus nicht hinnehmen. Und doch wählt er den Weg des geringsten Widerstands, nicht willens, sich positionieren und einen Konflikt austragen zu müssen. Die Frage wird nach unten dirigiert, ausgerechnet an den sowohl unwissenden, wie auch unschuldigen Jüngling Paris, Sohn des Troja-Königs Priamos, ein Mensch aus Fleisch und Blut. Während Zeus das Problem als gelöst ansieht, und sich erneut den Freuden des Lebens zuwendet, ist für die betroffene Weiblichkeit des Olymps mehr denn je eine Chance eröffnet, den Streit auszufechten – im festen Glauben, den Erdenbürger jeweils für sich einzunehmen.

Hera verspricht ihm Macht und Athene Weisheit, doch überzeugen tut ihn das Angebot der Liebe durch Aphrodite – wohlgemerkt verbunden mit dem Besitz der schönsten Frau der Welt, Helena.

Das Urteil des Paris bringt Aphrodite den (Pyrrhus-)Sieg und Paris die schöne Helena – unter diktierter Trennung der Ehe mit Menelaos, dem König Spartas. Zeus hatte ohne es zu wissen doch eine Entscheidung getroffen: Die der Spaltung der antiken Welt.

Nicht nur im Olymp herrscht nun die Zwietracht. Auf Erden zieht der Sparta-König seine Mannen zusammen, und erinnert alle anderen Herrscher an ihren Schwur, die Ehe der Helena zu verteidigen. Während die Waffen gewetzt werden, wähnt sich Zeus wohl in der Hoffnung, der Konflikt möge sich nun schnell lösen.

Weit gefehlt: über Jahre dauern die Angriffe der griechischen Armeen auf die Festung Troja. Der Boden beider Seiten der ägäis versumpft: Der eine vom Blut der gefallenen Männer, der andere von den Tränen der Familien.

Großartige Helden jener Zeit verlieren ihr Leben: Patroklos, Hektor, Achilles und Ajax. Länder und Götter stehen sich kriegerisch gegenüber.

Das Ende des Blutvergießens gelingt tragischerweise über eine Eskalation an Gemetzel und Unrecht. Mit Hilfe des Hölzernen Pferds des Odysseus gelingt es den Griechen, des Nächtens in Troja einzufallen. Mord, Vergewaltigung und Zerstörung erschütterten die stolze Stadt, von der am Ende nur rauchende Trümmer blieben.
Zuletzt aktualiesiert: 31.03.2009