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In Berlin wie in Neuenhagen - schwierige Stellung der Frau in der CDU

Von Dr. Else Ackermann (Partei- und Fraktionsvorsitzende a. D.) im Juli 2007

Als ich noch Bundestagsabgeordnete war, fielen mir die vielen älteren Herren auf, die das politische Bild beherrschten. Häufig waren es Rechtsanwälte, die in den Fraktionssitzungen ihre Meinung äußerten und dabei wie Staatsanwälte oder Verteidiger in entsprechender Körperhaltung wirkten, die anklagten oder verteidigten.

In herausgehobener Position war nur eine Frau. Sie hieß Rita Süßmuth und war die Bundestagspräsidentin. Für mich war sie modern , weil sie sich von den etwas hausbackenen CDU-Frauen abhob. Zu dieser Zeit war Angela Merkel Frauenministerin, in einer wahrlich schwierigen Position, die sich einfach daraus ergab, dass sie aus der DDR stammte und ein anderes Frauenbild mitbrachte, kinderlos war und mit einem Mann zusammenlebte, mit dem sie nicht verheiratet war. Heute lacht man darüber, aber vor 17 Jahren gab es in der BRD West auch festgefahrene Meinungen wie in der DDR. Wenn ich an die Kindergärten und Krippen denke, dann hat der Osten gesiegt, wenn es auch anders dargestellt wird. Zweifelsohne war die Gleichberechtigung der Frauen im Osten tiefer in der Gesellschaft verwurzelt als im Westen. Trotzdem war auch die DDR eine von Männern dominierte Gesellschaft, was zumindest für Führungspositionen zutraf. Der Umgangsstil ließ manchmal zu wünschen übrig: Im Westen eine polierte Höflichkeit und im Osten eine gewöhnungsbedürftige Ruppigkeit, verbunden mit einer gröberen Sprache, bitte immer im Vergleich.

Vielleicht war die Höflichkeit zu poliert, also nicht echt, sonst hätte sich nicht in der CDU-Fraktion des Deutschen Bundestages eine Gruppe Frauen gebildet, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Umgangsformen der männlichen Abgeordneten zu verbessern unter dem Motto: „Ohne die Frauen geht nichts“. Natürlich macht auch Frau Professor Rita Süßmuth mit, die sich in dieser Frage als Avantgardistin bezeichnen kann. Unter Kohl hatte sie jedenfalls kein leichtes Leben. Interessant ist für mich, dass in der Ära Merkel diese männlichen Eigenschaften einer gewissen Ruppigkeit von den Frauen in der CDU-Fraktion auf Ablehnung stoßen, sonst hätte sich die Frauengruppe unter Führung von Frau Professor Maria Böhme, verantwortlich für die Integration von Ausländern, nicht mit den Umgangsformen der männlichen Kollegen beschäftigt.

Diese sind auch in der CDU-Fraktion der Neuenhagener Gemeindevertretung kritikwürdig. Nicht umsonst gibt es Ausgrenzungsbestrebungen der fünf Männer gegen die drei Frauen. Viele Herren der Schöpfung haben die Zeichen der Zeit immer noch nicht begriffen. Deshalb sollte man sie einfach links liegen lassen und ihnen zeigen, dass sie von gestern sind. In den Mitgliederversammlungen unter dem Noch-Vorsitzenden ist das schwierig, weil er sich als Ankläger geriert und die anderen nicht zu Wort kommen lässt. Da kommen keine Sympathien auf. Nur weiter so! Vieles löst sich mit der Zeit.

Auch die JU darf nicht vermännlichen. Frauen sind genauso tüchtig, aber in der Regel zurückhaltender.
Zuletzt aktualiesiert: 31.03.2009