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Zum Gästebuch der Jungen Union Neuenhagen


Kater Murr, oben links pechschwarz mit leuchtenden Augen und tierische Persönlickeit der Weltliteratur, lässt grüßen, aber er schnurrt nicht immer wohlgefällig, sondern er benimmt sich sittenwidrig nach Katzenart. Er weiß natürlich nicht, wie sich erwachsene Menschen benehmen sollen, aber er fordert, dass er pünktlich sein Kittekat oder ein ihm genehmes Fressen braucht. So ist es im Tierreich. Ich habe die Web-Seite nicht eingerichtet, aber ich nehme an, dass der Verantwortliche sein Haustier ins Gespräch bringen wollte, um Bösartigkeiten auszubremsen. Das hat aber Kater Murr nicht geschafft! Vielleicht hat er nicht laut genug geschnurrt, oder den grimmigen Menschen hat einfach nur der Humor gefehlt.

Im Menschenreich herrschen dagegen Vernunft und Verstand. Beides erwirbt man erst, wenn man ein gewisses Alter überschritten hat, also wenn man in das Reich der erfahrenen Erwachsenen eingetreten ist. Eine Übergangszeit steht jedem jungen Menschen zu. Wann ist sie aber überschritten? Das zeigt das Gästebuch. Das große Vorbild scheinen die Straße und das Fernsehen zu sein. Die Sprache junger Menschen auch der (christlichen) JU wird zunehmend fäkalisch und orientiert sich an der Gosse. Eigentlich sollten konstruktive Kritiken oder Verbesserungsvorschläge gemacht werden. Das ist leider bis auf einige Ausnahmen nicht geschehen, und deshalb äußere ich mich zu den schriftlichen Äußerungen einiger unzufriedener JU-Mitglieder.

Bemerkenswert ist immerhin, dass ein Mitglied der Jugendorganisation der CDU im Gästebuch eine Morddrohung gegen Billy Six, der demokratisch gewählt worden ist, ausstößt. Oder wie soll der Leser verstehen, dass das A... Billy Six aufpassen soll, wenn es nachts die Straße entlang läuft? Der Ortsverbandsvorsitzende der CDU Neuenhagen, Herr Alfred Kuck, hätte sofort eine Anzeige bei der Polizei losgetreten, wie er es schon viele Male gemacht hat. Davon halte ich gar nichts. Es ist besser, der Kreisvorsitzende, Herr Daniel Hintzen, nimmt sich die unanständigen jungen Leute an die Brust und droht ihnen mit Ausschluss. Der Name Hermann Tietz wird wohl ein Pseudonym sein. Im Dunkel der Anonymität wächst das Selbstbewusstsein schwacher Menschen, die nur feige sind und sich gerne in der Masse verkriechen, wenn es brenzlig wird. Deshalb braucht man sie auch nicht in einer Partei. Derselbe Schreiberling hat dann noch einen Kommentar geschrieben, der aber wegen schwerer grammatischer Fehler in der deutschen Sprache Gott sei Dank unverständlich bleibt. In der Schule nicht richtig aufgepasst? PISA lässt grüßen! Ich hoffe, dass dieser junge Mann in einer politischen Organisation keine Führungsposition einnimmt. Plakate darf er kleben, aber nicht mehr.

Zum Schluss noch einige Bemerkungen zu den ungebetenen Gästen. Nirgends findet man einen Hinweis in den Satzungen und dem Bundesstatut der CDU über die Nichtöffentlichkeit von Parteiveranstaltungen. Selbst Gerichtsverhandlungen sind in dem Rechtsstaat Bundesrepublik Deutschland öffentlich, wenn nicht eine Ausnahmeregelung vorliegt. Von dieser wird z.B. Gebrauch gemacht, wenn die Persönlickeitsrechte besonders jugendlicher Angeklagter gefährdet sind. Natürlich müssten dann die Zuhörer räumlich getrennt vom "Gericht" platziert werden. Zwischenrufe sind nicht erlaubt, und wer dagegen verstößt, wird des Raumes verwiesen. Teilnahmeberechtigt sind selbstverständlich CDU-Mitglieder des Ortsverbandes Neuenhagen. Die haben ein großes Interesse zu erfahren, was sich hinter verschlossenen Türen mit ihren Mitgliedern abspielt. Das hätte Herr Daniel Hintzen vorher bedenken müssen, dann hätte er auch nicht umzuziehen brauchen und die Einladung durch eigenes Verschulden in Frage stellen. Der Betreiber des Bürgerhauses war in einer schwierigen Situation. Er kann den Betrieb, also die Gaststätte, nur erfolgreich betreiben, wenn er auch Einnahmen hat. Gäste außerhalb des Restaurants geben in der Regel nichts aus zum Leidwesen des Wirts. Die Gemeindevertretung Neuenhagen hat deshalb dafür gestimmt, jährlich 40 000 Euro als Kompensation zu zahlen, um Vereinen aus Neuenhagen Benutzungsrechte für ihre Versammlungen zu geben. Lautstarke Streitereien verstören die Gäste, auf die der Wirt angewiesen ist. Er verwies deshalb als Hausherr sowohl die JU als auch die "Störenfriede". Das war das Ende der Vorstellung. Pech für Herrn Hintzen, denn in Privaträumen z.B. Wohnungen dürfen keine Parteiversammlungen stattfinden, die Beschlüsse fassen, wie z.B. die Auflösung eines Ortsverbandes. Aus einem Brief der Kreisvorsitzenden der CDU, Frau Blechinger; an den Vorsitzenden der JU Neuenhagen ist ersichtlich, dass die Versammlung der JU auf Betreiben von ihr stattgefunden hat. Die Auflösung eines Ortsverbandes ist aber so ungewöhnlich, dass sie nur bei schwerwiegendsten Verstößen gegen Satzung und Verfassung sowie bei Gefahr für die Allgemeinheit und den Landesfrieden ausgesprcohen werden darf und dann auch nur vom Landesvorstand. Herr Daniel Hintzen als beflisener Befehlsempfänger muss jetzt als gebürtiger Westdeutscher zur Kenntnis nehmen, dass der Ortsverband der CDU Neuenhagen nicht einmal 1989 und 1990 von Auflösung bedroht war, obgleich von diesem tapferen Ortsverband, dem ich vorstand, in einer Diktatur, die kein Rechtsstaat war, der regimekritische Neuenhagener Brief 1988 geschrieben wurde. Es bleibt mir unverständlich, warum sich eine demokratische Parteiorganisation 2007 schlimmer als eine erloschene deutsche Diktatur gebärdet. Schon das alleine ist strafbar. Tut Buße und lernt die jüngste deutsche Geschichte. Basta!

Eine alte Frau, demnächst 74 Jahre alt, mit mehr als 40 Berufsjahren und allen akademischen Titeln, die eine Universität vergibt, ist nicht des Lokals verwiesen worden, sondern sie hat mit allen, nämlich den Gesetzesbrechern und den "Störenfrieden", das Bürgerhaus verlassen (siehe Eintrag vom 30.10.). Sie denkt weiter.

Neuenhagen, den 03.11.07
Zuletzt aktualiesiert: 31.03.2009