- Freiheit verteidigen - Werte verbreiten - Deutschland voranbringen -

Startseite / Artikel /

Artikel

Zurück

Das „Online-Prekariat“ - Zum Gästebuch der JU Neuenhagen

Von Dr. Else Ackermann (Partei- und Fraktionsvorsitzende a. D.) im Dezember 2007


Die Einträge sind enttäuschend, weil sie sich auf einer Prekariatsebene bewegen und nicht, wie von Billy Six gewünscht, konstruktive Kritiken mit Verbesserungsvorschlägen enthalten. Fast alle Einträge sind persönlich verletzend und in der Wortwahl dem Ernst der Situation nicht angemessen. Schriftlich sollte man sich immer anders ausdrücken als mündlich. Was sollen solche Formulierungen wie Billy aus der Partei zu schmeißen? Immerhin beschränkt sich der Autor in meinem Fall darauf, mich aus der Partei auszuschließen. Woher wollt Ihr eigentlich wissen, was ich für die CDU geleistet habe? Seit einigen Monaten bemerke ich eine Hetzkampagne gegen mich. So lassen einige aufgehetzte Autoren immer wieder verlauten, ich würde Billy Six für meine Machtspiele missbrauchen und ihn zu seinen von Euch unerwünschten Handlungen überreden. Das habe ich zu keinem Zeitpunkt getan, weil Billy Six meine Hilfe nicht braucht. Mit 74 Jahren eines erfüllten Lebens, davon 56 Jahre ungewollt in zwei Diktaturen verbracht, bedarf es für mich keiner Macht. In der Kommunalpolitik als Gemeindevertreterin hat man eine dienende Funktion für den Bürger und macht keine Parteipolitik. Wer macht hier Meinungsbildung und füttert sie immer von neuem? Bewusste Falschmeldungen gegen Andere können strafrechtlich verfolgt werden. Da die Autoren gerade das fürchten, bleiben sie anonym, weil sie keiner Diskussion gewachsen wären. Sie sind ganz einfach feige und tauchen ab in der Masse oder sind vielleicht nur zu unerfahren und zu ungebildet. Diese jungen Menschen braucht man aber weder in der Jungen Union noch in der CDU. Sucht Euch also eine neue Gästeliste.

Zu diesen Problemen gebe ich folgende Erklärung ab:

Ich verwende in meinen Artikeln und in Äußerungen zu einer bestimmten Sache eine Sprache, die sich bewusst von dem hier gebotenen Niveau abhebt. Auf keinen Fall begebe mich auf das Niveau des Online-Prekariats wie der Kreisvorstand der JU MOL bzw. dessen Gesinnungsgenossen. Diese befindet sich im Mainstream der allgegenwärtigen Gossensprache mit Anzüglichkeiten, Stillosigkeiten bis zu ausufernden Gewaltaufrufen. Sprache und Denken sind von einer allgemeinen Verwahrlosung begleitet, die sich von der papierschriftlichen Kommunikation zum Elektrotext der Online-Medien ausbreitet. Davon ist die Öffentlichkeit nicht mehr ausgeschlossen; denn auch die in den CDU-Mitgliederversammlungen durch Mitglieder des alten Vorstandes gegen mich mit falschen und ehrverletzenden Äußerungen ausgetragenen Pöbeleien (=Mobbing), gegen die man sich zunächst nicht wehren kann, sind inzwischen Allgemeingut der christlichen Partei in Neuenhagen geworden. Durch die neue Vorsitzende Corinna Fritsche, die Rechtswissenschaften studiert hat und Mitglied der JU ist, wird sich mit Sicherheit der Stil ändern. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie sich auf die Seite des Online-Prekariats, dem die Schreiberlinge angehören, schlägt. Dann habt Ihr auch eine gewichtige Stimme in der JU, die Euch vorgibt, wie man christliche Politik in einem Rechtsstaat gestaltet. Das nicht nur von mir beklagte abscheuliche Niveau ist nämlich eine Beleidigung der Benutzergruppen, die in der Summe die bürgerliche Öffentlichkeit darstellen, zu der ich mich rechne und zu der auch die neue Vorsitzende gehört und in der die CDU ihre Mitglieder wirbt. Diese Gruppen sollten sich gegen das Schunddiktat des Online-Prekariats wehren. Deshalb wende ich mich an Sie, sehr verehrte Frau Kreisvorsitzende, Ihrer Aufgabe gerecht zu werden, mit Ordnungsrufen und anderen Imperativen gegen Schmutzfinken vorzugehen. Sollte das nicht in einem angemessenen Zeitraum geschehen, dann vertraut Ihnen nicht mehr die bürgerliche Mitte, und es ist tatsächlich für mich an der Zeit, die Union zu verlassen, aber freiwillig, und diesen Termin bestimme ich!
Zuletzt aktualiesiert: 31.03.2009