- Freiheit verteidigen - Werte verbreiten - Deutschland voranbringen -

Startseite / Artikel /

Artikel

Zurück

Leserbrief an die MOZ: Bush in Stralsund

Von Dr. Else Ackermann (CDU-Fraktionsvorsitzende) im Juli 2006

Wir haben eine Bundeskanzlerin, die zwar in Hamburg geboren, aber seit frühester Kindheit in der DDR in einem Pfarrhaus aufgewachsen, in der DDR zur Schule gegangen, studiert und gearbeitet hat. Aus einem unpolitischen Menschen wurde in der friedlichen Revolution 1989 eine Politikerin, die ihren Platz in der CDU gefunden hat. Ein klarer Verstand, Bewährung in hohen politischen Ämtern, keine Scheu vor der Übernahme von Verantwortung und Bewältigung schwierigster Aufgaben nach der letzten Bundestagswahl als Kanzlerin einer Koalitionsregierung haben ihr viel Anerkennung im In-und Ausland gebracht. Sollten wir als Ostdeutsche nicht stolz auf eine Politikerin sein, die aus der DDR stammt und ein hohes Amt im wiedervereinigten Deutschland bekleidet? Was liegt da näher für sie, den heute mächtigsten Mann der Welt in ihre Heimat nach Stralsund einzuladen? Schließlich ist Stralsund eine wunderschöne Stadt, die auch die sozialistische DDR gut überstanden hat und in ihrer jetzigen Form ein architektonisches Juwel ist. Sie liegt außerdem im Wahlkreis der Bundeskanzlerin. Die Transferleistungen der alten Bundesländer haben wesentlich zu dem bezaubernden Stadtbild nach der Wiedervereinigung beigetragen und bezeugen den Aufbauwillen des wiedervereinigten Deutschland auch in Städten von großer Kultur und Geschichte. Es gehört zum politischen Geschäft, dass Besuche von Politikern zu den Glanzpunkten eines Landes führen, in diesem Fall von Mecklenburg-Vorpommern. Da gibt es nun eine Landesregierung in Schwerin, die eine Koalition aus SPD und PDS ist unter Führung des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Ringsdorf. Mit Sicherheit weiß er seit Monaten von dem hohen Besuch in Stralsund, hat aber wegen anderer Termine als oberster Landesherr keine Zeit in seinem Kalender, um den Präsidenten der U.S.A. zu begrüßen. Da ist der Anstand, wenn er ihn überhaupt hatte, auf der Strecke geblieben. Der Koalitionspartner PDS übertrifft den Regierungschef, indem er als Mitglied der Landesregierung zu Demonstrationen gegen den Bush-Besuch aufruft. Das ist demonstrierter Antiamerikanismus in Reinkultur. Wie wäre denn Putin empfangen worden? In der politischen Kultur der Landeshauptstadt von Mecklenburg Vorüpommern scheint etwas faul zu sein. Die bevorstehende Landtagswahl kann nicht der einzige Grund gewesen sein. Das demonstrierte schlechte Benehmen beschädigt das Ansehen dieses Bundeslandes und auch Deutschlands. Es wird Zeit, dass sich etwas ändert.
Zuletzt aktualiesiert: 31.03.2009